Keep the peace – ignore the body

Fuck the peace – stay with yourself

In dem letzten Blog habe ich das Rechtmachen, Beschwichtigungsmechanismen, Herumscharwenzeln, verbiegen oder funktionieren gesprochen.

Wie ist es Dir damit ergangen?

Welche Einsichten hast Du dazu gehabt?

Waren es für Dich auch viele neue Erkenntnisse?

Mir kam noch eine wichtige Frage in den Sinn: 

Wie kannst Du Fawn-Verhalten aufdecken? Das ist gar nicht so leicht.

Hier sind ein paar Tipps für Dich:

  • Wenn Du merkst Du machst Dich klein, in dem Deine Stimme nach oben geht oder Du auf dem Stuhl runterrutschst, ist Wahrscheinlichkeit hoch, dass Du Dein Gegenüber beschwichtigen willst, weil Du etwas von ihm möchtest.
  • Eine weitere Möglichkeit Rechtmachen aufzudecken ist, wenn Deine Kinder Dich triggern mit etwas was Du selber gar nicht hast. Bsp.: Dein Kind ist wütend und Du denkst: „Komisch, das habe ich gar nicht. Ich bin nie so wütend, aber es regt mich total auf“. Das ist ein guter Moment zu prüfen: Bin ich am Rechtmachen?
  • Ich finde mit Bewusstseinsarbeit, Selbstreflektion, Geduld und klarem Auge und einem liebevollen Gegenüber, dass einem die blinden Flecken aufzeigt, kann man seine Rechtmachen-Strategien gut aufdecken.
  • Ist Sichtbarkeit für Dich ein großes Thema? Da steckt eine Menge Rechtmachen dahinter.
  • Oder ist Geld für Dich ein Thema? Sehr beliebtes Fawn-Thema insbesondere bei Frauen.

Da das Thema so komplex, wichtig, unbekannt und auch intensiv ist, habe ich die wichtigsten Punkte zusammengestellt:

Was ist der Gewinn von Rechtmachen:

  • Ein Gefühl von Bindung und Sicherheit für sich herzustellen
  • Sich etwas mehr zugehörig zu fühlen
  • Sich zu beschützen

Was ist der Preis:

  • Man rettet die Beziehung, aber nicht sich selbst.
  • Man weiß in manchen Bereichen nicht mehr, was man will.
  • Man weiß besser, was das Außen braucht, als man selbst.
  • Man nimmt eine Menge hin und wird unsichtbarer.

Wobei kann Rechtmachen helfen?

  • Man lernt Rücksicht zu nehmen und übt sich in Mitgefühl.
  • Manchmal ist fawning super, um temporär, in dysregulierten Zuständen eine Brücke zu dem anderen wieder zu bauen. Wenn ich wütend bin, kann ich manchmal nur fawnen, damit wir sich wieder begegnen kann und es nicht weiter eskaliert.

Fawning oder nicht?

Da gab bei uns zu Hause eine wilde Diskussion. Wann ist es Rechtmachen und wann ist jemanden helfen? Das ist wirklich eine gute Frage. Ich würde sagen, es kein Rechtmachen, wenn es freie, temporäre Entscheidung ist, die nicht automatisch abläuft.

Wie leicht ist es aus dem Fawn auszusteigen?

Ich finde, bzgl. Der Traumaheilung, ist es der leichteste Part zu heilen, deshalb aber nicht weniger unangenehm. Es liegt daran, dass es ein Verhaltensmuster ist und keine biologische Stressreaktion.

Wege aus dem Fawn:

  • Grenzen setzen: Stop sagen, wo es für Dich nicht mehr stimmig ist.
  • Ich will und ich brauche wieder definieren. Am besten alleine vor dem Spiegel üben.
  • Ja/Nein üben. Laut sprechen: danke nein, das brauche ich nicht. Ja bitte, das tut mir gut. Etc.
  • Deine Mitte wieder spüren. Deinen Kern, Deine Anbindung wieder spüren.
  • Deine Haut wieder spüren. Das Hautgefühl ist meistens völlig abhanden gekommen. Haut ist so wichtig beim Spüren.
  • Üben Deine eigene Ladung zu beherbergen, denn wer fawnt, hat mit hoher Ladung zu tun.

Fazit:

Mich hat es sehr inspiriert, mein Rechtmachen unter die Lupe zu nehmen.- auch meiner Tochter gegenüber. Mein Fawning zu reduzieren belebt mein Leben und meine Beziehungen. Es ist ein tolles Gefühl, mehr zu mir zu stehen. Es ist ein neues Gefühl meine Haut mehr zu spüren und deutlich mehr gesehen zu werden. Ich bin greifbarer, was mein Partner auch sehr schätzt. Es belebt mein Berufsleben und Marketing fällt mir deutlich leichter.

Jetzt wünsche ich Dir viel Freude beim Aufspüren, Neu-Justieren…DICH weiten.

Herzlich

Odette